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Nada Surf @ Atelier, Luxemburg
31 März, 2006, 12:01 Uhr nachmittags
Gespeichert unter: 1. Konzertberichte

Manche Leute warten vergebens auf etwas…

…Christen warten auf den Messias, der Eigenheimbesitzer auf den Heizungsinstallateur, Optimisten auf den Weltfrieden und Inara George ’s Audienz auf einen Höhepunkt oder einen Überraschungsmoment.Um 20:40 durfte die kecke Amerikanerin Inara George mit ihrem zurückhaltendem Begleiter an den Keys das ausverkaufte Atelier einheizen.

Nur leider funktionierte ihre Musik nicht in den unendlichen Weiten des Clubs. In meinem Wohnzimmer, gemütlich beim Kaminfeuer und einem Glas Wein hätte mich Inara’s simplistische Songwriter/Singer-Nonchalance noch vielleicht überzeugen können, doch auf der Atelierbühne schien sie seltsam verloren. Es schien auch nur wenige zu interessieren, denn die Privatgespräche im Publikum übertönten Inara George ’s sanft gezupfte E-Gitarre und ihre zarte Stimme. Auch das bis aufs äusserste reduzierte Instrumental mit E-Gitarre, E-Piano und gelegentlichen Minimalsamplebeats konnte den fehlenden Ausdruck nicht herbeizaubern. Obwohl Inara’s Stimme alles andere als unzumutbar ist, fehlte meiner Meinung nach das gewisse Etwas, die eminent wichtige Wärme um auch über längere Zeit das Publikum zu fesseln. Irgendwie erwartete ich während ihrer ganzen halben Stunde den Einsatz eines geschmeidig-wohligen Kontrabasses, oder einige Akzentuierungen durch dezenten Bläser- oder Streichereinsatz. Nur leider wartete man vergebens…

Bei der Show von Nada Surf herrschte quasi Heimspieltatmosphäre, denn kaum 2 Akkorde wurden gegriffen und das Publikum tobte und kreischte. Zwischen den Songs wurden artige Danksagungen und ein wenig Smalltalk (auf französisch!) ans Publikum gerichtet, welches, luxemburg-typisch, erstmal schwer von Begriff war ehe vereinzelt eine Response der Crowd zu erahnen war. Trotzdem spielten sich Nada Surf mit ihrem schnörkellosen und eingängigem Indierock rasch in Laune. Die ein wenig tolpatschige Tanzaufforderung des Sängers wurde dann auch prompt vom Publikum aufgegriffen und vom Balkon sah man nur noch hin und her wippende Leiber. Der Sound war solide, nicht überwältigend, aber alles andere als mies. Ihr Set ging nach knapp 75 Minuten in die wohlverdiente Pause, denn die teilweise ausufernden Schlusstäkte der Songs ermüdeten doch schon ein wenig. Nach einem 10-minütigem Break gab es noch 15 Minuten Encore, ehe Nada Surf unter tosendem Applaus die Bühne räumten. Allem in allem war es eine grundsolide Show, ohne gravierende Mängel, aber eben auch ohne das nötige Etwas, was den Abend unvergesslich erscheinen lässt. Nada Surf schreiben gute Songs, aber nur einige wenige haben eine Halbwertszeit die länger andauert („Inside of Love“) als der übliche Indiesong. Deshalb höre ich auch lieber Eskobar… Glaubenssache eben!

Offizielle Setlist:
Dave's Site
Alle Angaben ohne Gewähr!

Nada Surf - Inside of Love


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