Gespeichert unter: 02. record reviews | Schlagworte: 2step, burial, cd, dubstep, electronica, grime, Massive Attack, untrue
Massive Attack’s “Mezzanine” war der große Wurf eines bis dahin eher belächelten Genres. Burial’s Zweitlingswerk “Untrue” ist die Emanzipation eines weiteren britischen Subgenres: Dubstep.
Schon auf seinem selbstbetitleten Artist-Debüt schien Burial, der seine wahre Identität verschleiert, neue Tore aufzustoßen, denn bis dato waren Dubstep und Anspruch noch Antonyme. Dass sich dies aber fundamental geändert hat, liegt einzig und allein an einem Peter Parker-Kellerproduzent, der als Burial den höchstsynthetischen Soundtrack zu einem dystopischen Film Noir malt: es mäandern ewig verworrene Tiefbässe durch die Pfützen der Hinterhöfe, die synkopen und entrückten Knisterbeats verfolgen die Schemen der verzerrten, epithetischen bis ins Unendliche gepitchten Vocalsamples. Die Straßen leer gefegt, die nachhallenden Stimmen der Nacht zermartern deine Gedanken, die Geisterkulisse der frühen Morgenstunden scheut den Sonnenaufgang. Doch so düster alles klingen mag, im post-strukturalistischen Rahmen verwirrend, es bleibt die Erkenntnis, dass es trotz dieser uneuphorisch-drögen Unbalanciertheit ein unglaublich präzises und ausgewogenes Album ist.
Ein epochales Kopfkinomeisterwerk. Höchstdramatisch, apokalyptisch und zutiefst melancholisch, reift in “Untrue” die Mythologie, die kollektive, irrationale Vorstellung, dass sich diese Platte zu einer Blaupause der britischen Electrosubkultur axiomatisiert. Bleibt nur noch die Frage: wer ist dieser Peter Parker hinter dem Konstrukt Burial?
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(mehr zum Bewertungssystem findet Ihr in der Score-Legende)
Burial – Ghost Hardware (unofficial video)
2 Kommentare bis jetzt
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[...] Burial - Untrue [...]
Pingback von Jahrespoll ‘07! « xdevx - in der alternative liegt die möglichkeit 28 Dezember, 2007 @ 4:44Da stimme ich doch vollkommen zu.
Kommentar von Monika Drone 8 April, 2008 @ 12:30Das Album ist sehr gut gemacht.
Nicht perfekt, aber sehr, sehr gut.