xdevx – cd & live reviews


Autechre – Quaristice
26 Februar, 2008, 2:08
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autechre quaristice cd coverWie zerfressen muss ein Hirn sein um solche Musik zu machen und sie nachher noch gut zu finden? Dass es kaum eine andere Musikrichtung gibt die die Meinungen so sehr spaltet wie IDM ist auch klar. Ein großes Rätselraten umgarnt dieses obskure Konstrukt: schwammige Begriffsdefinitionen verwirren eher und bieten fruchtbare Angriffsfläche. Sind es wirklich hochgradig komplexe und von querdenkenden Wissenschaftlern durchdeklinierte Taktgeflechte mit Multilayermelodieverwabungen oder ist es doch alles nur ein riesiger Hoax und die Glitches entstammen einem durchgedrehten Zufallsgenerator? Die wahren Richard D. James’ und Tom Jenkinson’s verstecken sich hinter autistischen bis gar schizophrenen fingierten Kauzköpfen und frönen der fast elitären Stellung die IDM mittlerweile genießt. Autechre’s “Quaristice” wirft zwar in dieser Hinsicht keine neuen Fragen auf, Antworten hingegen gibt es wiederum auch keine. Es dreht sich alles im Kreis und damit ist Autechre’s “Quaristice” analog zu Squarepusher’s “Ultravisitor“, wer weiß noch wo das alles hinführt? Das Mysterium somatisiert vor sich hin, vielleicht läuft es sogar Gefahr in seinem eigenen okkulten Avantgarde-Referenzsystem zu implodieren. Bis das allerdings geklärt ist, “tanzen” wir zur Musik der Zukunft.

6/10
(mehr zum Bewertungssystem findet Ihr in der Score-Legende)

Autechre – WNSN



Bears of Winter – .darkbare

Wenn du in einer angesagten Bar arbeitest und diese CD auflegst, kommen sicherlich alle Pseudohypster und meinen, sie würden das kennen, aber nur weil es irgendwie “entferntenst” nach Radiohead (oder Nine Inch Nails) klingt und eh alle Radiohead (oder Nine Inch Nails) cool finden und Radiohead (oder Nine Inch Nails) die größten sind und Thom Yorke (oder Trent Reznor) den Bleistift und den Nasenhaarentferner erfunden hat. Alle anderen, die wirklich hippen und trendy Indiehosenkacker hingegen denken es wären mv-moussevingt, .finn oder was ähnlich cool-undergroundiges. Im Laufe des Abends werden alle betrunkener und alle sind sich einig, dass Bears of Winter DIE Indietronica-Entdeckung des Jahrhunderts sind. Am nächsten Morgen erinnert sich niemand mehr an sie bzw. jeder glaubt, etwas völlig anderes gehört zu haben. Scheiß Schicksal, ne?

4/10
(mehr zum Bewertungssystem findet Ihr in der Score-Legende)

Auf Wunsch aus Übersee gibt’s hier die englische Übersetzung des Reviews:

Imagine you’re working in a hip scene bar and you’re playing this record. It’d probably only take a minute until any kind of pseudo hypster make your ears bleed while pretending they knew that kind of stuff, but only because Bears of Winter „slightly“ sounds like Radiohead (or Nine Inch Nails), yet Radiohead (or Nine Inch Nails) are the greatest and Thom Yorke (or Trent Reznor) actually invented the pencil and the nasal hair remover. All the rest of the people in the bar, mostly the really hip and trendy indienoses however think that it is mv-moussevingt, .finn or something else very underground. In the course of the evening people are getting more and more wasted and everyone agrees that Bears of Winter are actually the next big thing. The very next day nobody really remembers them respectively everyone thinks to have listened to a very different beast. That’s what I call fucking fate…

In conclusion: the indietronica/triphop album „darkbare.“ sure has its moments but actually lacks the finishing touch. Songs like „New.born“, „Blind“ and „Dust“ fail and drown straight into irrelevance however the gloomy „Treycherie“, the very cool glitchy instrumental of „Trips we take“ and especially the very consequent and crude final tracks „Landslide“ and „Heads on Square“ really prove that mastermind Andrew Morse and his buddy Dave Hidek can do it all right. As a debut, „darkbare.“ is well meant but too inconsistent. 3 and a half fine tracks don’t make a good album, yet… 3.5 rounded up is a 4. Sign of fate?