Gespeichert unter: 02. record reviews | Schlagworte: AFX, aphex twin, autechre, idm, quaristice, richard d. james, squarepusher, tom jenkinson, ultravisitor, warp
Wie zerfressen muss ein Hirn sein um solche Musik zu machen und sie nachher noch gut zu finden? Dass es kaum eine andere Musikrichtung gibt die die Meinungen so sehr spaltet wie IDM ist auch klar. Ein großes Rätselraten umgarnt dieses obskure Konstrukt: schwammige Begriffsdefinitionen verwirren eher und bieten fruchtbare Angriffsfläche. Sind es wirklich hochgradig komplexe und von querdenkenden Wissenschaftlern durchdeklinierte Taktgeflechte mit Multilayermelodieverwabungen oder ist es doch alles nur ein riesiger Hoax und die Glitches entstammen einem durchgedrehten Zufallsgenerator? Die wahren Richard D. James’ und Tom Jenkinson’s verstecken sich hinter autistischen bis gar schizophrenen fingierten Kauzköpfen und frönen der fast elitären Stellung die IDM mittlerweile genießt. Autechre’s “Quaristice” wirft zwar in dieser Hinsicht keine neuen Fragen auf, Antworten hingegen gibt es wiederum auch keine. Es dreht sich alles im Kreis und damit ist Autechre’s “Quaristice” analog zu Squarepusher’s “Ultravisitor“, wer weiß noch wo das alles hinführt? Das Mysterium somatisiert vor sich hin, vielleicht läuft es sogar Gefahr in seinem eigenen okkulten Avantgarde-Referenzsystem zu implodieren. Bis das allerdings geklärt ist, “tanzen” wir zur Musik der Zukunft.
![]()
(mehr zum Bewertungssystem findet Ihr in der Score-Legende)
Autechre – WNSN