xdevx – cd & live reviews


Portishead @ Palladium, Köln
6 April, 2008, 10:40
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beth gibbonsbeth gibbonsbeth gibbons

Beth Gibbons, Sängerin von Portishead (klicken zum vergößern – via)

Obschon die Freude naturgemäß groß war als Portishead ein neues Album und eine Tour ankündigten, schwang aber immer ein bisschen Sorge mit: machen die noch einmal Triphop? Und wenn ja, kann man das wirklich noch bringen? Die Mitgründer dieses fast schon toten Genres, der maßgeblich in der südwestenglischen Stadt Bristol entstand, haben sich entweder als Produzent zurückgezogen (Tricky), sind fast in die Belanglosigkeit abgerutscht (Morcheeba) oder ganz einfach weit über ihren Zenit hinaus (Massive Attack). Lediglich Burial, den die FAZ noch wohlwollend zum Triphop zählt, verhalf dem Genre zu einer Frischzellenkur. So war auch die Spannung groß: würden sich Portishead ihr eigenes Grab schaufeln oder würden sie wie Phönix aus der Asche steigen nachdem sie über 10 Jahre nur sporadisch in den Medien auftauchten, und das nur wegen Beth Gibbons’ herzergreifenden Zusammenarbeiten mit Rustin Man. Fakt ist, dass die Antwort nicht auf dem Konzert gegeben wurde, sondern schon ein paar Wochen vorher, als die ersten Leaks des heiß erwartenten Albums „Third“ im Internet auftauchten. Dies bemerkte man nicht nur beim Opener „Silence“, err… „Wicca“, dessen unerwartetes Ende die Zuschauer im Palladium nicht wirklich überraschen konnte, sondern auch die schrofferen und latent-aggressiveren neuen Songs „Nylon Smile“, „Threads“ und „Magic Doors“ wurden vereinzelt mitgesungen. Die Auskopplung „Machine Gun“ mit hypnotischer Perkussion ließ sogar Industrialreminiszenzen zu. Dass Portishead zwischen den neuen Songs auch öfters die alten Klassiker anstimmte, wirkte in der hoffnungsvollen Erwartungshaltung gut bedacht. Obwohl die Kluft zwischen den neuen und älteren Songs doch spürbar war, verhalfen doch vor allem „Numb“, „Sour Times“ und „Cowboys“ die Stimmung auf dem Höchstmaß zu halten. Wenn Beth Gibbons fast zerknittert nach vorne tritt und ihrem Klagesang in’s Mikrofon haucht, steht die Welt still. Zwischen den Songs schlendert sie demütig über die Bühne und bedankt sich bei ihren Fans, die lange genug warten mussten und scheinbar auch am neuen Material Gefallen finden. Was für ein Glück, dass sich Portishead nicht selbst in’s Abseits geschossen haben und mit dem neuen Album wohl das Comeback des Jahres schaffen werden. Denn sie sind zurück, die Helden eines verlorenen Genres, weswegen ich mir auch sofort das limitierte Box-Set von „Third“ vorbestellte.

portishead setlist köln

(Portishead, Setlist – Köln: klicke auf das Bild zum vergrößern)

Weitere lesenswerte Berichte gibt es hier, hier und hier.

Portishead – Machine Gun

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Artists of the week #15×08!

xdevx artists of the weel

xdevx’s artists of the week der 15. Kalenderwoche 2008! Viel Spaß!

1. Canoe – C’mon: Wie kann so eine tighte Band nicht mal 5000 Profile Views auf Myspace haben?
2. The Notwist – Where in this world: Lange war’s ruhig um die deutsche Indietronicapioniere The Notwist, endlich melden sie sich zurück. Und es bleibt wie gewohnt wohnzimmerelektronisch.
3. Goldfrapp – Happiness: Hach Alison, mit dem Song „Utopia“ hast du mich erwischt, und deshalb danke ich dir für die „Felt Mountain“-Rückbesinnung mit deinem neuen Album „Seventh Tree“.
4. Björk – Wanderlust: Björk war videocliptechnisch immer einen Schritt weiter. So sind ihre Zusammenarbeiten mit Regisseur Michel Gondry jetzt schon Klassiker. In einigen Jahren wird diesem unnachahmlichen 3D-Video auch die Ehre gebührt.
5. The Fashion – Like knives: An sich ist dieser Song schon ein toller Gassenhauer, der frei auf ihrer Myspace runterladbare „Tiger Baby Remix“ legt hingegen noch klar eine Schippe drauf.

Da wordpress.com (noch) nicht erlaubt, dass man Youtube-Playlists embedden kann, muss die AOTW vorerst ausgelagert werden. Bis auf weiteres findet ihr die Folge der 15. Kalenderwoche 2008 in der Sidebar oder hier!

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Foals @ Werkstatt & Levi’s Electric Disco Tour @ Gebäude 9, Köln

Wer kennt Beautiful Katamari? Kurz zur Story: Der King of all Cosmos hat das Universum mit einem ungeschickten Tennisaufschlag verwüstet und hat deswegen den Saturnplaneten auf dem Gewissen. Nun kommt der Spieler in Form eines mit Saugnäpfen bestückten Flummis in’s Rollen. Zunächst muss man Streichhölzer und Münzen aufsammeln und je voluminöser man wird um so größere Gegenstände kann man auflesen. Immer breiter wird das Grinsen, wenn man sein erstes Haustier, sein erstes Kind, seine Eltern und später dann Autos, Gorillas, Häuser, Windmühlen und schließlich dann Länder und die Erdkruste aufgabelt um am Ende den verlorenen Saturn zu ersetzen. So war der Schneeball beim Opener Home of the Lame zunächst ziemlich klein, obschon ihr Grand Hotel van Cleef-Indiepop gewisse Momente hatte, waren es die Foals die den Abend erst so richtig in’s Rollen brachten. Obwohl man in den letzten Wochen wohl mehr über Foals gelesen haben dürfte, als wirklich Songs vom Quintett gehört zu haben, führt gerade kein Weg an ihnen vorbei. Foals sind die Band der Stunde, das fehlende Bindeglied zwischen Bloc Party und Battles. Das Konzert war allererste Sahne und sollte halt nur noch von der Levi’s Electric Disco Tour mit Shitdisco und MSTRKRFT getoppt werden. Die Eigendynamik des Abends ist analog zur Dramaturgie des Katamari-Spiels. So war es das 2-Stunden-DJ-Set des Death from Above 1979-Nachfolgeprojekts welches den Abend komplett in’s Groteske stürzte. Prollig, geschmacklos und hoffnungslos überladen bolzte das Duo durch breitbeinigen Electro. Gnadenlos dekadent, grandios inszeniert und wirklich abgedreht – ein Must. Wie Beautiful Katamari.

Beautiful Katamari – Xbox 360 Trailer

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