xdevx – cd & live reviews


Jugendkultur, anyone?
11 April, 2008, 7:48
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Letztes Mal stellte ich mir die Frage, was wir, unsere Generation später mal unseren Kindern antworten würden, wenn sie uns nach unserer jugenkulturellen Ideologie und Werten fragen würden. Gute Frage.

Die 50er der westlichen Welt waren geprägt durch die Nachkriegsweltanschauung, gefolgt von Rock’n'Roll und Beatnik. Danach kamen die Mods, die Hippies und die 68er Studenten. In den 70ern waren es die Popper und später dann der Hardcore-Punk, der New Wave (später Goth) und die verschiedenen Formen des Hiphop die als Sprachrohr fungierten. In den 90ern waren es die ekstatischen Raver und der schmuddelige Grunge die dem Jahrzehnt ein Gesicht gaben. Natürlich gab es dazwischen auch immer Nischen für kleinere Gebilde. Aber was kam dann? Was wird man späterhin über die 00er sagen?

Wenn man im Freundeskreis dieses Thema anspricht, erntet man gähnende Leere und kollektive Ahnungslosigkeit macht sich breit. „Vielleicht der Konsum?“ meint Oliver und fingert an seinem iPhone herum. Der Konsum ist der Grundstein jedes popkulturellen Phänomens, denn ohne Konsum kann sich keine Jugendkultur entwickeln. Somit ist der bloße materielle Hedonismus als Zeitgeist der 9/11-Geschädigten keine zulässige Antwort. Viel mehr geht es um ein Gefühl, eine Gruppendynamik, ein spezifischer Gedanke, eine Weltanschauung, eine Ideologie, einen Kult oder ganz grob um eine (Neu-)Oriertierung. Haben wir keine artikulierten Ziele? Keinen gemeinsamen Geist der uns Jugendliche verbindet?

Früher versuchte sich die Jugend von den Eltern und den Älteren abzugrenzen und einfach anders zu sein. Aber was wenn unsere Eltern auch The Cure gehört und sich die Haare schwarz gefärbt haben? So ist der soziodemographische Aspekt, dass die Alten in unsere Szenen eindringen eine Entwicklung die diese Subgruppierungen verwässern lässt. Wie soll man sich als Jugendlicher abgrenzen, wenn die Leute, von denen man sich unterscheiden will die selben Ideale verfolgen und kollektiv dem Jugendwahn verfallen? Profilieren sich unsere Peers nur durch Ebbe und Flut die in wellenartigen Bewegungen die alten Jugendkulturen in den Pop und Trend hochspülen um nach kurzer Zeit wieder zu versickern (momentan scheinen die 80er ja wieder Einzug in die Clubs zu halten)?

Es scheint als haben wir nicht die Kraft und Motivation selbst etwas zu kreieren, eine globale Identifikation zu beschwören. Der Black-Parade-Emo und Visual Kei sind derart inhalts- und substanzlos, dass es sich nur um kurzlebige Bewegungen handelt, so wie es der Nu-Metal ja auch war. Kann Hiphop diesen Anforderungen noch gerecht werden, obschon auch er schon 20 Jahre auf dem Buckel hat? Sind wir schon die Netzjugend, die vor dem mit der Hand schreiben mit der Tastatur schreiben gelernt hat und das Internet als institutionelle und kommunikative Hochburg stilisiert?

Gibt es überhaupt noch so etwas wie eine Jugendkultur oder ist es nur eine antiquierte Worthülse von Soziologen in Erklärungsnot? Ironisiert sich das Thema von selbst? Ich weiß es nicht und es ist mir nach diesem Exkurs auch irgendwie egal. Vielleicht ist der realistische Nihilismus die Antwort?

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Portishead LIVE-Stream!
11 April, 2008, 1:10
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Heute gegen Mitternacht werden die momentan allgegenwärtigen Portishead insgesamt 7 Songs ihres Ende April erscheindenden dritten Studioalbums „Third“ performen. Ihr könnte dabei sein, denn auf ihrer Homepage wird ein LIVE-Stream zur Verfügung gestellt bei dem man sich jedoch zunächst registrieren muss.

Und das alles findet ihr nur einen Klick entfernt! Viel Spaß!

Später wird der Stream auf Current TV veröffentlicht!

[via]

Portishead – Machine Gun LIVE @ ATP

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