Gespeichert unter: 1. Konzertberichte | Schlagworte: gebäude 9, holy fuck, konzert
Holy Fuck (klicken zum vergößern)
Holy Fuck aus Toronto sind nicht annähernd so aggressiv wie es ihr Name vermuten lässt. Üblicherweise, wenn eine Gruppe Mitzwanziger Nerds auf der Bühne hinter allerlei Synthgedöhns und Effektbodentreter auftauchen - und besonders wenn sie so einen Namen trägt - erwartet man eine Reise an die Grenzen des Noiseterrors. Brian Borcherdt und Graham Walsh’s sprudelnde Kompositionen hingegen sind im Kern aber eher im tanzbareren Milieu anzusiedeln als in kakophonischer Lärmkulisse. Dass Holy Fuck live mit einem Bass und einem Drummer auftreten passt wie Arsch auf Eimer zu ihrem low-tech-analog Sound, der alles live eingespielt wird und gänzlich ohne Laptoptricks oder Tapeloopbetrügereien auskommt. Manchmal erahnt man vielleicht Samples die an MARRS’ Überhit “Pump up the volume” erinnern, aber dieser Vintageflair ist ganz und gar gewollt, denn Holy Fuck verstehen sich eher als Krautrockband als die hippen Neuelektrocker wie die Klaxons und Soundalikes. Wogegen auf Platte das schöne Musizieren eher farblos bleibt, bietet Holy Fuck live eine Menge und nach einem solch aufreibendem Konzert braucht man wirklich keine Angst mehr vor dem 4-Letter-Word zu haben. Nachdem ich sie ja schon am Freitag in Rotterdam gesehen habe, war dies dann noch einen Tacken eindringlicher.
Holy Fuck - Lovelly Allen
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