
20:00 Uhr: So langsam kommt das Melt!’08 in’s Rollen. Nach ein paar Querelen an der Pressestelle und etlichen Umwegen bin ich nun im Pressezelt angekommen und versorge euch aus erster Hand mit den Impressionen des Melt! Um 15 Uhr eröffnete MTV-Moderator Markus Kavka das Festival bei bewölktem, aber trockenen Wetter mit einem DJ-Set ehe dann um 18 Uhr die Fotos die Gitarren heulen ließen. Erstes Highlight waren gerade die dänischen Ravekids von Dúné. Doof, dass ich mich jetzt nicht zwischen Blood Red Shoes und Late of the Pier entscheiden kann. Any suggestions?

21:00 Uhr: SO, jetzt ist es da! Das Melt!-Gefühl von dem immer geredet wird. Ein Zustand irgendwo zwischen Eklektizismus, Euphorie und Glück. Ein einmaliges Gefühl. Auf der Converse Main Stage rock’n'rollten Blood Red Shoes, parallel dazu auf der Gemini Stage die Late of the Pier, die wohl selbst auch nicht so recht wissen ob sie nun peinlich oder einfach nur unwiederstehlich sind. Auf der Big Wheel Stage minimalbolzte Kompakt-DJ Tobias Thomas, wogegen auf der Red Bull Music Academy
Floor britischer Electrosound regiert: Caspa lässt die furzenden Dubstepbässe in den kleinen Innenhof brausen. Vier Bühnen, vier Welten. Das Melt!

22:00 Uhr: Ein Regenschauer prasselt auf das Festivalgelände nieder. Das Pressezelt ist überfüllt und demnach ist das WLAN auch entsprechend langsam. Die Teenagers schlugen in die selbe Kerbe wie Late of the Pier, weswegen ich mir weiter die synkopen Dubstepbeats von Caspa angetan habe. Gerade müsste Kate Nash mit ihrem hart britischen Akzent anfangen. Derweil spielen auch Burger/Voigt, Klee und Blackmail. Mittlerweile ist es auch dunkel und die alten Kohlekrane, welche die Hauptbühne umzingeln sind beleuchtet und riesige Laser tauchen das Festivalgelände in eine bunte Lichtlandschaft. Ich versuche mal von den Kollegen ein paar Fotos abzuzocken…

0:30 Uhr: Die britischen 80er-reminiszenten Zoot Woman konnten samt neuem Programm ebenso überzeugen wie Does it offend you, yeah? Das laut-Magazin hat deren Zielgruppe auf jeden Fall gut zusammen gefasst: Hibbelige Szene-Giggler, Rave-Kids und 24h-Blogger, die im Bandnamen allein schon den nächsten, megakrassen Hype wittern. Wo sie recht haben, haben sie recht, denn im Melt-Klub herrschten Röhrenjeans und Neonfarben vor. Getanzt wurde zu bratzigem Electropunk. Does it offend you? Yeah! Und das ist gut so. Ähnlich kompromisslos hämmerten einem Guy Brower und George Lewings von Commix die D’n'B-Beats um die Ohren. Die Kompakt-DJ-Doppelspitze aus Michael Mayer und Superpitcher hingegen ließen minimalere Arrangements zu. Gleich geht’s zu Modeselektor in den Matsch. Das wird ein Spaß.

1:00 Uhr: Wenn ich in den 90ern zu der Hochzeit von dEUS schon Alternative gehört hätte, dann würde ich auch jetzt in der ersten Reihe stehen und alle Texte mitsingen. So sitze ich nun hier und rätsele, wie man solch höhepunktsarme Rockmusik so hypen kann!? Das Pressezelt schließt für heute seine Türen, ich melde mich morgen wieder…

6:30 Uhr: Der Regenguss hatte zur Folge, dass sich das ganze Timetable zur Verwirrung aller verschob. Positiver Nebenaspekt war, dass man so länger als geplant mit Musik versorgt wurde und man sich sonst überlappende Artisten anschauen konnte. Modeselektor waren wieder mal eine sichere Bank. Das VJ-Team von der Pfadfinderei untermalte den Berliner Hypesound mit stimmigen Visuals. Kurz darauf präsentierte uns die bpitch control-Label-Inhaberin und weibliche DJ-Koryphäe Ellen Allien ihr neues Album „Sool“. Ebenfalls vom bpitch control-Label legte noch Sascha Funke auf. Auf der Red Bull Music Academy Floor feuerten Goldie und sein MC Lowqui die Meute an, ehe DJ Skream die tanzwütigen Bassjünger in den Sonnenaufgang begleitete. Auf der Hauptbühne bestach Robyn mit ihrem bezaubernden „With every Heartbeat“, begleitet von einem Keyboarder und gleich zwei Schlagzeugern. Mit einer satten Stunde Verspätung durften dann Gus Gus im Morgengrauen antreten. Das letzte Konzert für mich war dann gegen 6 Uhr morgens auf der Gemini Stage Alter Ego. Auf der Sleepless Floor vor dem eigentlichen Festivalgelände fing dann erst die Party an.

Highlights des ersten Tages waren Late of the Pier, Does it offend you, yeah?, Modeselektor, Ellen Allien und Caspa. Morgen geht’s weiter, von 15 Uhr bis früh in die Morgenstunden um 7. 3 Tage wach, da wirst du langsam schwach.
Fotos: Azhar Syed, Marc Seebode, Reinaldo Coddou, Thomas Victor, Geert Schäfer, Be George
6 Kommentare bis jetzt
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Ach dEUS fand ich früher schon Schei$$e. BIn trotz Regen ein wenig neidisch. Check meinen Chillsampler für Morgen früh
Kommentar von Phil 19 Juli, 2008 @ 12:19dEUS ist ein einziger höhepunkt! Ihr Banausen.
Kommentar von BTB 19 Juli, 2008 @ 10:08…naja, gut, dass Musik eh subjektiv ist.
Chill-Sampler? Oh ja, das wird gut kommen… *freu*
Kommentar von xdevx 19 Juli, 2008 @ 4:46bin ich der einzige, dem sein „geschreibsel um des schreibens willen“ auf die nerven geht?
auf einem festival ist man, oder eben nicht. lesen wies war muss man als besucher nicht wirklich, und wer nicht dort war hat ebenfalls nur begrenztes interesse.
schade, nachdem ich durch google auf diesen blog gekommen bin, und den verriss des paramore-albums noch sympathisch fand, bewege ich mich weiter auf diesem blog und lese das. schade um meine zeit.
irgendwie inkonsequent, noch diesen beitrag zu verfassen, aber irgendwas muss man ja zum web 2.0prebeta beitragen.
Kommentar von david 22 Juli, 2008 @ 12:35Oink, irgendwie muss ich mir ja meine Presse-Akkreditierung legitimieren. Und den Spacken von der Intro genügt halt Form vor Inhalt.
Schade, dass auf der Intro-Homepage auch nur Form ohne Inhalt steht, auch irgendwie inkonsequent. Aber bei dem Käseblatt wundert es einen doch echt nicht!?
Trotzdem danke für das Lob für das Paramore-Ding und hoffe, dass es dich doch irgendwann mal auf diesen Blog verschlägt – um anerkennend zu nicken oder naserümpfend zu motzen – mir egal.
Kommentar von xdevx 22 Juli, 2008 @ 12:50[...] in the factory”. —— Multimedia: Fotos: frank@ipernity Video: – Lesenswert: xdevx tags: blood red shoes deus editors kate nash [...]
Pingback von dEUS, Editors, The Teenagers, Zoot Woman - Melt!, 18.07.2008 : pretty paracetamol 23 Juli, 2008 @ 5:48