xdevx - cd & live reviews


Melt! - LIVE-Blogging am Freitag!
18 Juli, 2008, 12:51 Uhr vormittags
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20:00 Uhr: So langsam kommt das Melt!’08 in’s Rollen. Nach ein paar Querelen an der Pressestelle und etlichen Umwegen bin ich nun im Pressezelt angekommen und versorge euch aus erster Hand mit den Impressionen des Melt! Um 15 Uhr eröffnete MTV-Moderator Markus Kavka das Festival bei bewölktem, aber trockenen Wetter mit einem DJ-Set ehe dann um 18 Uhr die Fotos die Gitarren heulen ließen. Erstes Highlight waren gerade die dänischen Ravekids von Dúné. Doof, dass ich mich jetzt nicht zwischen Blood Red Shoes und Late of the Pier entscheiden kann. Any suggestions?

21:00 Uhr: SO, jetzt ist es da! Das Melt!-Gefühl von dem immer geredet wird. Ein Zustand irgendwo zwischen Eklektizismus, Euphorie und Glück. Ein einmaliges Gefühl. Auf der Converse Main Stage rock’n'rollten Blood Red Shoes, parallel dazu auf der Gemini Stage die Late of the Pier, die wohl selbst auch nicht so recht wissen ob sie nun peinlich oder einfach nur unwiederstehlich sind. Auf der Big Wheel Stage minimalbolzte Kompakt-DJ Tobias Thomas, wogegen auf der Red Bull Music Academy
Floor britischer Electrosound regiert: Caspa lässt die furzenden Dubstepbässe in den kleinen Innenhof brausen. Vier Bühnen, vier Welten. Das Melt!

22:00 Uhr: Ein Regenschauer prasselt auf das Festivalgelände nieder. Das Pressezelt ist überfüllt und demnach ist das WLAN auch entsprechend langsam. Die Teenagers schlugen in die selbe Kerbe wie Late of the Pier, weswegen ich mir weiter die synkopen Dubstepbeats von Caspa angetan habe. Gerade müsste Kate Nash mit ihrem hart britischen Akzent anfangen. Derweil spielen auch Burger/Voigt, Klee und Blackmail. Mittlerweile ist es auch dunkel und die alten Kohlekrane, welche die Hauptbühne umzingeln sind beleuchtet und riesige Laser tauchen das Festivalgelände in eine bunte Lichtlandschaft. Ich versuche mal von den Kollegen ein paar Fotos abzuzocken…

0:30 Uhr: Die britischen 80er-reminiszenten Zoot Woman konnten samt neuem Programm ebenso überzeugen wie Does it offend you, yeah? Das laut-Magazin hat deren Zielgruppe auf jeden Fall gut zusammen gefasst: Hibbelige Szene-Giggler, Rave-Kids und 24h-Blogger, die im Bandnamen allein schon den nächsten, megakrassen Hype wittern. Wo sie recht haben, haben sie recht, denn im Melt-Klub herrschten Röhrenjeans und Neonfarben vor. Getanzt wurde zu bratzigem Electropunk. Does it offend you? Yeah! Und das ist gut so. Ähnlich kompromisslos hämmerten einem Guy Brower und George Lewings von Commix die D’n'B-Beats um die Ohren. Die Kompakt-DJ-Doppelspitze aus Michael Mayer und Superpitcher hingegen ließen minimalere Arrangements zu. Gleich geht’s zu Modeselektor in den Matsch. Das wird ein Spaß.

1:00 Uhr: Wenn ich in den 90ern zu der Hochzeit von dEUS schon Alternative gehört hätte, dann würde ich auch jetzt in der ersten Reihe stehen und alle Texte mitsingen. So sitze ich nun hier und rätsele, wie man solch höhepunktsarme Rockmusik so hypen kann!? Das Pressezelt schließt für heute seine Türen, ich melde mich morgen wieder…



Melt! am Sonntag!
17 Juli, 2008, 4:52 Uhr nachmittags
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Obschon der letzte Tag des Melt!-Festivals jetzt nicht die Fülle an Acts hat, steht er qualitativ den beiden anderen Festivaltagen in nichts nach. So dürfte das absolute Highlight das Abschlusskonzert der Isländerin Björk sein. Hot Chip sind, wie beim letzten Mal, auch diesmal wieder dabei und lassen noch einmal gehörig das Tanzbein schwingene, ehe die Battles mit ihrem verwinkelten Math noch einmal kurz die Synapsentötigkeit prüfen, ehe Björk das Finale einläutet.

SUNDAY:
MEDUSA MAIN STAGE:
17:00 Los Campesinos
18:00 Neon Neon (Gyuff Rhys of Super Furry Animals & Boom Bip)
19:00 Get Well Soon
20:00 Battles
21:00 Hot Chip
22:30 Björk

GEMINI STAGE
15:00 BERLIN BATTERY SPECIAL feat. Shir Khan, DJ Supermarkt, Jack Tennis & Special Guests

Björk - Wanderlust



Melt! am Samstag!
17 Juli, 2008, 2:45 Uhr nachmittags
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Die Highlights am Samstag sind sicherlich Franz Ferdinand, die um Mitternacht auf der Converse Main Stage auftreten, das Ed Banger-Feature mit Mr. Oizo und Uffie & Feadz, die zusammen mit Technotronic rumbolzen und natürlich Boys Noize, die um 5 Uhr morgens zu guter Letzt auf der Gemini Stage abschließen, ehe es dann auf der Sleepless Floor weiter gehen darf. Frei nach dem Motto: Schlafen kann man, wenn man tot ist.

SATURDAY:

Ab 13 Uhr Audiolith Parkplatzrave mit
Egotronic, Saalschutz, Plemo & Rampue, Frittenbude

MEDUSA MAIN STAGE:
17:30 PeterLicht
19:00 Superpunk
21:00 The Notwist
22:30 Róisin Murphy
00:00 Franz Ferdinand
02:00 Stereo MCs
03:00 Doc Scott vs. Goldie

GEMINI STAGE:
20:00 Fujiya & Miyagi
21:00 Friendly Fires
22:00 Operator Please
23:00 Jape
00:00 Kissy Sell Out
01:00 Uffie & Feadz feat. Technotronic
03:00 Mr. Oizo
05:00 Boys Noize

BIG WHEEL FLOOR:
15:00 Renato Ratier
18:00 Moenster (Lexy vs. Gunjah)
20:00 Cobblestone Jazz
21:00 Henrik Schwarz
22:00 Mathias Kaden
00:00 Efdemin
02:00 Len Faki
04:00 Mathew Jonson
05:00 Steve Bug

MELT! KLUB:
19:30 Erlend Oye pres. Kakkmaddafakka
20:30 Navel
21:30 Dillon
22:30 Miss Platnum
23:30 The Whitest Boy Alive
00:45 The Mitchell Brothers
01:45 Rummelsnuff
02:30 MEN (Le Tigre-DJ-set)

RED BULL MUSIC ACADEMY FLOOR (Man Recordings Special:
19:00 DJ Beware
20:45 MC Gringo
21:30 Deize Tigrona
22:15 Daniel Haaksman
23:45 Edu K
01:00 Bonde Do Role
02:00 The Count & Sinden
03:00 Crookers
05:00 Say Hooo!

Boys Noize - Down



Melt! am Freitag!
17 Juli, 2008, 12:36 Uhr nachmittags
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Schon am ersten Tag klotzt das Melt!-Festival mit hochkarätigen Acts. Neben der bpitchcontrol-Nacht auf der Big Wheel-Stage mit Modeselektor (die mit ihrem VJ-Team “Pfadfinderei” antreten) und Sascha Funke, dürfte vor allem Labelinhaberin Ellen Allien mit ihrer neuen Platte “Sool” im Rücken für ein Highlight sorgen. Etwas räudiger präsentiert sich die Gemini-Stage mit Booka Shade, Alter Ego und Miss Kittin. Für Gitarrenfans gibt es derweil auf der Converse Mainstage Livebeschallung von u.a. Kate Nash, dEUS und den Editors.

FRIDAY:
MEDUSA MAIN STAGE:
18:00 Fotos
19:00 Klee
20:00 Bood Red Shoes
21:00 Adam Green
22:20 Kate Nash
23:45 dEUS
01:00 Editors
02:30 Robyn
04:00 Gus Gus

GEMINI STAGE:
19:00 Dúné
20:00 Late Of The Pier
21:00 The Teenagers
22:00 Does It Offend You, Yeah?
23:00 Zoot Woman
00:00 Hercules and Love Affair
01:20 Miss Kittin & The Hacker
02:35 Alter Ego
04:00 Booka Shade
05:00 M.A.N.D.Y.

BIG WHEEL:
15:00 Markus Kavka
18:00 Gui Boratto
20:30 Tobias Thomas
22:15 Burger/Voigt
23:30 Supermayer
01:20 Modeselektor
02:30 Sascha Funke
04:00 Thomas Andersson
05:00 Ellen Allien

MELT!KLUB:
19:00 Ladyhawke
20:00 Turbostaat
21:00 Blackmail
22:20 The (International) Noise Conspiracy
23:45 Lightspeed Champion
00:40 Why?
02:00 Die Türen
03:00 Alexander Marcus

RED BULL MUSIC ACADEMY FLOOR (Metalheadz Special):
17:00 Sick Girls
19:00 Philipp Maiburg
20:30 Caspa
22:00 Commix
00:00 Stom
02:00 Goldie
04:00 Skream

Ellen Allien speaks about her new record “Sool”



Melt! Noch 2x schlafen gehen!
16 Juli, 2008, 8:31 Uhr nachmittags
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Noch 2x schlafen gehen, dann ist es endlich soweit und das diesjährige Melt! Festival in der Stadt aus Eisen in Gräfenhainichen öffnet seine Pforten. Das Line-Up ist komplett, die Running-Order steht. Wie letztes Jahr auf dem Southside-Festival, bin ich diesmal auf dem Melt! unterwegs und berichte hier live auf meinem Blog. Und jetzt frei nach Lützenkirchen: “Auf geht’s, ab geht’s, 3 Tage wach.” Das wird ein Fest.

Line-Up:

Adam Green | Alexander Marcus | Alter Ego | Battles | Björk | Blackmail | Blood Red Shoes | Bonde Do Role | Booka Shade | Boys Noize | Burger/Voigt | Caspa | Cobblestone Jazz | Commix | Crookers | Daniel Haaksman | David Dorad | Deize Tigrona | dEUS | Die Türen | Dillon | DJ Beware | DJ Supermarkt | Doc Scott | Does It Offend You, Yeah? | Dúné | Editors | Edu K | Efdemin | Ellen Allien | Empro | Erlend Øye pres. Kakkmaddafakka | Fotos | Franz Ferdinand | Friendly Fires | Fujiya & Miyagi | Get Well Soon | Goldie | Goldie vs. Doc Scott | Gui Boratto | Gus Gus | Henrik Schwarz | Hercules And Love Affair | Hot Chip | Jack Tennis | Jape | Kate Nash | Karrera Klub | King Kong Klub | Kissy Sell Out | Klee | Ladyhawke | Late Of The Pier | Len Faki | Les Ÿper Sound | Lightspeed Champion | Los Campesinos! | Lützenkirchen | Luna City Express | M.A.N.D.Y. | Marcus Meinhardt | Markus Kavka | Markus Welby | Mathew Jonson | Mathias Kaden | MC Deize Tigrona | MC Glacius | MC Gringo | MC Kemo | MC Lowqui | MEN (Le Tigre DJ Set) | Miss Kittin & The Hacker | Miss Platnum | Modeselektor | Møenster | Mr. Oizo | Mutlu | Navel | Neon Neon | Oliver Koletzki | Operator Please | PeterLicht | Philipp Maiburg | Renato Ratier | Revolver Club | Robyn | Róisín Murphy | Rummelsnuff | Sascha Funke | Say Hooo! | Shir Khan | Sick Girls | Sick Sinus | Skream | Stereo MCS | Steve Bug | Storm | Supermayer | Superpunk | The Cheapers | The (International) Noise Conspiracy | The Count & Sinden | The Mitchell Brothers | The Notwist | The Teenagers | The Whitest Boy Alive | The Wombats | Tobias Thomas | Tomas Andersson | Turbostaat | Uffie & Feadz feat. Technotronic | Why? | Zoot Woman

Lützenkirchen - 3 Tage wach (offizielle Melt!-Hymne)



The Fall of Troy @ Werkstatt, Köln
9 Juni, 2008, 7:20 Uhr nachmittags
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The Fall of Troy (klicken zum vergößern)

The Fall of Troy scheinen auch Fußballfans zu sein, denn obwohl nur gerade mal 2 Bands am Samstagabend auf der Visions Party in der Kölner Werkstatt gastierten, ließen sich die 3 Progcore’ler aus Mukilteo, Washington reichlich Zeit und fingen zum Glück lange nach dem EM-Vorrundenspiel Portugal gegen die Türkei an. Die New Jersey’er Vorband The Gaslight Anthem hingegen fielen dem allgegenwärtigen Fußballwahn zum Opfer, weswegen es hier keine Meinung zu gibt. Gut wären sie ohnehin nicht weg gekommen, denn wenn The Fall of Troy am selben Abend im selben Club spielt, hat man von vorn herein eh schon verloren. Rahmenbedingungen klar, nun das Eingemachte. The Fall of Troy haben sich unlängst in Köln einen beachtlichen Status erspielt: unvergessen das amtliche Konzert vor ein paar Monaten. Dass dieses energiegeladene Spektakel nicht einfach zu rekapitulieren war, dürfte wohl jedem klar gewesen sein. Dennoch ließ das Konzert nicht viel zu wünschen übrig. Gewohnt kraftvoll gniedelte die Band durch ihre (leider noch) übersichtliche Diskographie und zogen den Karren aus dem Dreck, den der Produzent Matt Bayles beim Zweitling “Manipulator” noch grandios im metertiefen Schlamm versenkt hatte. Nicht nur die Crowd ging an die Grenzen, sondern auch Frontdiva Thomas Erak bezwang seinen inneren Schweinehund, der sich aber kurzerhand zu revanchieren wusste: Thomas Erak verschwand hinter den Verstärkern um sich zu übergeben - aus Überanstrengung. Es war heiß, wie immer in der Werkstatt. Und es war grandios - wie immer in der Werkstatt. Punkt.

The Fall of Troy - Ex-Creations

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Pivot @ Studio 672, Köln
29 Mai, 2008, 9:46 Uhr nachmittags
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Pivot (klicken zum vergößern)

Als Postrock endgültig zur Kopfsache wurde, knallten viele Köpfe auf die Tische. Ein Oxymoron par excellence: alles wiederholte wiederholte sich und die Vorreiterrolle des Rock 2.0 schien sich in den eigenen Rattenschwanz zu beißen (oh, ich ahne Böses). Dann kam das Warp-Label, die die Coolness seit jeher gepachtet haben, und schickte die Battles los um die Welt zu retten. Und was lehrt einen der investigative Musikjournalismus? Eine Band ist erst richtig gut, wenn sie über Jahre hinweg gute Klone aus den Kellern lockt. So sind auch die australischen Pivot durch die Warp’sche Jedi-Ritter-Schule gegangen und sind nun bereit der Welt in den Arsch zu treten. Rock 3.0, wenn man’s genau nimmt.

Ach ja, eh ich’s vergesse: wie war das Konzert? 15€ für 45 Minuten ohne Vorband und nicht annähernd so gory wie die Pressefotos es erahnen lassen - dafür aber tanzbarer Spacerock irgendwo im weiten Spannungsfeld von Autechre, Jean-Michel Jarre und den Talking Heads. Geil, ne?

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Pivot - Interview & Footage @ Domino Festival - AB, Brüssel

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Holy Fuck @ Gebäude 9, Köln
17 April, 2008, 12:51 Uhr nachmittags
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Holy Fuck (klicken zum vergößern)

Holy Fuck aus Toronto sind nicht annähernd so aggressiv wie es ihr Name vermuten lässt. Üblicherweise, wenn eine Gruppe Mitzwanziger Nerds auf der Bühne hinter allerlei Synthgedöhns und Effektbodentreter auftauchen - und besonders wenn sie so einen Namen trägt - erwartet man eine Reise an die Grenzen des Noiseterrors. Brian Borcherdt und Graham Walsh’s sprudelnde Kompositionen hingegen sind im Kern aber eher im tanzbareren Milieu anzusiedeln als in kakophonischer Lärmkulisse. Dass Holy Fuck live mit einem Bass und einem Drummer auftreten passt wie Arsch auf Eimer zu ihrem low-tech-analog Sound, der alles live eingespielt wird und gänzlich ohne Laptoptricks oder Tapeloopbetrügereien auskommt. Manchmal erahnt man vielleicht Samples die an MARRS’ Überhit “Pump up the volume” erinnern, aber dieser Vintageflair ist ganz und gar gewollt, denn Holy Fuck verstehen sich eher als Krautrockband als die hippen Neuelektrocker wie die Klaxons und Soundalikes. Wogegen auf Platte das schöne Musizieren eher farblos bleibt, bietet Holy Fuck live eine Menge und nach einem solch aufreibendem Konzert braucht man wirklich keine Angst mehr vor dem 4-Letter-Word zu haben. Nachdem ich sie ja schon am Freitag in Rotterdam gesehen habe, war dies dann noch einen Tacken eindringlicher.

Holy Fuck - Lovelly Allen

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Motel Mozaique Festival @ Rotterdam
14 April, 2008, 5:44 Uhr nachmittags
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Wenn man so durch die Innenstadt von Rotterdam schlendert, könnte man fast denken, dass die nicht mehr alle Gurken in Glas haben. Da laufen aalglatte Solariumopfer rum, die wirklich denken Latin und Salsa wären hip und clubkompatibel. Alle Yosmas, das sind alle Frauen ohne Kopftuch, wurden dann mit gellenden Pfiffen doof angemacht, während ähnlich deppertes Gefeiffe aus den mikrigen Handyboxen dröhnte. Naja, jedem das seine. Für mich war der Abend auf jeden Fall abwechslunsgreicher als die Modetrends und -styles der Rotterdamer Prolls. Zunächst betöhrte mich Alison Sudol’s (A fine Frenzy) Sirenengesang, dann ging’s schnell zu den vernachlässigbaren Be your own Pet, ehe ich vergeblich versuchte bei Frau frenzy zu landen. Alela Diane’s Folk/Songwriter-Selbstverwirklichungstänze konnten mich nur fast begeistern, aber die Gründe warum ich nach Rotterdam kam, sollten die lauen Aufwärmübungen schnell vergessen machen. Die neulich auf Warp gesigneden Pivot, die ihren edgy-vertrackten Battles-Anschmieg-Konsens unwiderstehlich zelebrierten konnten ebenso überzeugen wie Jamie Lidell, der den Bogen zwischen 60′er Soul, Blues und Rock’n'Roll zur modernen Sampletechnik und Liveloopings spannte. Ableton Live macht’s möglich. Holy Fuck brauchten ein wenig Anlauf um vollends zu überzeugen und auf Trentemøller’s Liveset einzustimmen. Trentemøller gab sich erwartungsgemäß minimal, technoid, knarzig und, gerade dann wenn der Drummer sich zurücknahm, deep und weich. Seine Livekumparsen, ein überaus tighter Drummer und ein verwirrend kauzköpfiger Gitarrist/Bassist, sorgten für die Ausmalung des düsteren Romantik. Der satte Sound hätte die Jerks von der Straße wohl platt gemacht. Joris Voorn’s DJ-Set passte dann nicht mehr in mein Agenda, da die Heimreise doch kein Steinsprung war und ich am darauffolgendem Tag ja ¡Forward, Russia! auf dem Out of the Crowd nicht verpassen wollte.

Streams von 3voor12:

Foals @ Motel Mozaique: hier!
Jamie Lidell @ Motel Mozaique: hier!
Shout out Louds @ Motel Mozaique: hier!

Line-Up:

Goldfrapp, M83, Shout Out Louds, Low, Guillemots, dEUS, Be Your Own Pet, Jamie Lidell, DeVotchKa, Foals, Bliss, Efterklang, A Fine Frenzy, Trentemøller, Black Lips, Holy Fuck, The Helio Sequence, Jana Hunter, Foy Vance, Alela Diane, Phosphorescent, Simone White, Kode9 & the Spaceape, The Gutter Twins, The D0, Mariee Sioux, Pivot, Noah and the Whale, Tim Vanhamel, Gutter Twins, Peter Broderick, Ebony Bones, Dulce, Jean Parlette, Agro, Thinguma*Jigsaw, Bob Stoute, Dwight Marica

Trentemøller - Moan

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¡Forward, Russia! @ Out of the Crowd Festival - Kulturfabrik, Esch-Alzette
13 April, 2008, 11:14 Uhr nachmittags
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¡Forward, Russia! (klicken zum vergößern)

Am Montag erscheint der Nachfolger von ¡Forward, Russia!’s Debütalbum “Give me a wall”: “Life processes”. Auf dem Out of the Crowd-Festival in der Kulturfabrik in Esch-Alzette schob die Band eine exklusive Vorabshow oder “Generalprobe” zur anstehenden UK-Tour vor. Die lange Bühnenabstinenz machte sich zum Glück aber nur bei den ersten paar Täkten bemerkbar und schnell waren die zu erwartenden Unsicherheiten wie weggefegt und ¡Forward, Russia! spielten sich in Extase.

“Give me a wall” war ein schwieriges Album, schwer verdaulich trotz der tanzbaren Essenzen und gerade die Unzulänglichkeiten und Ungereimheiten des Albums machten es sympatisch und auch unvergleichlich. So ist es klar, dass die Erwartungshaltung ungemein hoch ist und das neue Album “Life processes” an sich nur verlieren kann. Die ersten Pressestimmen sind verhalten, man druckst herum, man ist unsicher. Niemand bezieht klar Stellung. So schreibt die Leedsmusicscene z.B.: “It’s brilliant. It’s dark, it’s edgy and it’s weird - what did you expect, really? - but simultaneously subtle, elegant and in places simply beautiful. It’s bold, it’s inventive, it’s exciting and it’s every bit as good as Give Me A Wall.” und steht damit allein auf weiter Flur. Auch die Bloggercommunity sucht noch nach einer Meinung. An Sänger Tom Woodhead scheiden sich die Geister. Seine Stimme ist nun noch omnipräsenter und variiert drastischer zwischen klagendem Weingesang und unprätentiösem Schreigesang - für viele wirkt es nun zu exzentrisch. Auch die Musik ist noch extremer geworden. Das fast 9-minütige Indieepos “Spanish Triangles” verkörpert das ganze ¡Forward, Russia!’-Phänomen: verwirrend, leidenschaftlich und im Endeffekt dann doch begeisternd.

Und in der Hoffnung den Stein in’s Rollen zu bringen oute ich mich: Ich mag das neue Programm.

forward russia setlist

(¡Forward, Russia!, Setlist - Out of the Crod Festival: klicke auf das Bild zum vergrößern)

¡Forward, Russia! - Breaking standing

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