Globalisierung ist, wenn polnische Truppen im Irak amerikanisches Giftgas finden. Globalisierung ist, wenn Chinesen die minderwertige Plutoniumschleuder aus Hanau kaufen. Globalisierung ist, wenn ein deutscher Anatomkünstler im Gegenzug chinesische Delinquenten zum plastinieren bekommt. Globalisierung ist aber auch, wenn ich in Luxemburg von der niederländischen Pressestelle eines deutschen Labels eine Promo einer finnischen Doom-Band geschickt bekomme, die auf russisch singt. Wenn das mit der Globalisierung so weiter geht, packen die Chinesen irgendwann die Münchner Innenstadt ein und bauen sie in Shenyang wieder auf. So weit kommt es, garantiert. Wenn heute in China ein Sack Reis umfällt, wen interessiert’s? Wenn in 20 Jahren in China ein Sack Reis umfällt, wackelt hier die Börse. Globalisierung bedeutet aber auch, dass man KYPCK getrost vergessen und das in sechs verschiedenen Sprachen singende Konkurrenzprodukt aus Israel kaufen kann. Russisch kann doch jeder…
KYPCK (ausgesprochen “Kursk”) - 1917
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Eine beliebte Form der Zeitverschwendung unter Musikjournalisten ist, Bands die man eh schon abgeschrieben hat, nochmal eine Chance zu geben. So hält dieser Umstand nicht nur mich von sinnvoller Arbeit ab, sondern auch die elitäre Musikpresse rümpft die Nase, wenn eine nie wirklich gute oder nennenswerte Gruppe sich mit einem weiteren verzweifelten Rundumschlag Gehör verschaffen möchte. Es mag deshalb auch verwundern, dass Fear my Thoughts es geschafft haben, mit “Isolation” ein durchaus mutiges Album zu veröffentlichen, welches nicht in die Kategorie Zeitverschendung fällt. Maßgeblichen Anteil hat dabei der neue Sänger Martin Fischer, der sich auch für die Orgel- und Synthesizerparts verantwortlich zeigt und Fear my Thoughts aus der stillosen Redundanz herausnavigiert und der Band ein komplett neues Gesicht verpasst. Ein Paradigma welches bisherige Fans zwar irritieren dürfte, in der Gesamtheit aber ein Schritt in die richtige Richtung bedeutet. Gut gemacht.
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John Feldmann, Sänger und Gitarrist von Goldfinger, seines Zeichens aber auch A&R von Warner Bros. Records, war wieder auf der Pirsch und überzeugte eine vielversprechende junge Pop/Punk-Band namens Josephine Collective davon, dass es durchaus legitim ist, seine Seele an den Teufel zu verkaufen. Nachdem er ja schon bei The Used und Story of the Year ein gutes Gespür hatte, dürfte der Erfolg von Josephine Collective nicht all zu lange auf sich warten lassen. Zumindest wenn man seine Ansprüche weit zurückschraubt, nur die einzelnen, und längst noch nicht alle, Songs herausfiltert und man das “Album” als Compilation ansieht. Denn wirklich flüssig wirkt “We are the Air” zu keinem Zeitpunkt. Zu konstruiert wirken Songs wie “Scarlet”, welches in einer Emodisse durchaus zum tanzen animieren könnte, das herzzerreissende “Clementine”, das zu offensichtlich larger-than-life sein will und das harmlose “Crack my Heart”, welches für den Durchbruch im Popbusiness herhalten muss. “We are the Air” versteht sich als Gegenentwurf zu den Fueled by Ramen-Alben dieser Saison, versagt jedoch kläglich und auf ganzer Linie. Die Tags auf last.fm passen derweil wie Arsch auf Eimer: alternative, amazing, clones of every horrible band ever, kansas city, lovexcore, pop punk, pop rock, uninspired bullshit. Heiße Luft eben.
Josephine Collective - Crack my Heart (LIVE)
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Da ich mir bisher bei CD-Reviews vorzugsweise die rhetorische Pampe aus dem gonzo-journalistischen Buchstabensack gehobelt habe, dabei etwas provokativ und polemisch agiert habe und deshalb von einigen Spatzenhirnen (zu recht?) kritisiert wurde [gibt es hier nachzulesen (Review & Comments)], versuche ich mich nun mal an einer etwas “ernsteren” Herangehensweise, welche die öffentliche Meinungsmacherpresse und PR-Opfer à la Visions, Intro und Co. heutzutage leider als Status Quo deklariert hat. Während ich mich aufgrund dieser Ansicht im Kreuzfeuer der Kritik befinde, erscheint Bellavista’s Debüt derweil auf KNTRST Records, einem bis dato jungfräulichen Hamburger Indie-Label. Vielleicht kennt noch jemand die Band Vue, die ihrer Zeit Alben auf Sub Pop, GSL und RCA veröffentlichten und dabei für Bands wie Black Rebel Motorcycle Club, …Trail of Dead und The Rolling Stones eröffneten. Bellavista ist eben aus diesen Vue entstanden und paddeln nun im fuzzigen Fahrwasser von Jesus and Mary Chain, Spacemen 3 und Gun Club. Da ich nun die fettgedruckten Wörter des Pressetextes abgeschrieben habe, habe ich laut einigen Musikfaschisten, die Artikel 5 Absatz 1 des Grundgesetztes ignorieren, meine Pflicht erfüllt. Schade nur, dass die Musik und was sie eigentlich ausmacht, was sie subjektiv in einem hervorruft dabei komplett außen vor bleibt. Das kann’s doch auch nicht sein!?
Bellavista - River of Lust
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Bei last.fm steht über Mansions: They enjoy pizza, dinosaurs, and reality television. They like listening to music and playing nintendo wii. They sound like indie rock mixed with some electronic beats and acoustic guitars. Ich dachte, dass ein Selbstverständnis ohne Unique Selling Proposition mittlerweile antiquiert ist, dann kommt eine Pappnase namens Christopher Browder und zerstört mir nichts dir nichts mein Weltbild. “Fuck you and your god damn scene, it never meant that much to me!” sind die ersten Zeilen des Openers “The worst Part” die sich nach 15 Sekunden in einer heimtückischen Somnolenz äußerten. Langweiliger und dröger schafft’s nur mein Pappenheimer Jim Ward. Übrigens kann man seine Songwünsche über myspace oder purevolume äußern, dann spielt er die Songs in ausgefallen Locations wie dem Garten seiner Eltern oder auf der Rolltreppe in’s Belanglose. 3 Kudos dafür.
Mansions - Take it back (LIVE @ his parent’s backyard)
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Die Typen von Sigur Rós haben offensichtlich klammheimlich ein Album aufgenommen, ohne dass das Label überhaupt davon in Kenntnis gesetzt wurde. Das gibt ART POINTS!
Gut, denn das “Album” oder was zum Teufel das war, welches sie letztes Jahr veröffentlicht haben, war ja eher durchwachsen. Es wirkte halt eher wie Geldmacherei aus alten und halbneuen Songs. Schon sind die ART POINTS wieder weg!
Ob die nackten Typen auf dem Cover von “Með suð í eyrum við spilum endalaust” (zu deutsch: “Mit einer Hand am Sack knete ich lustvoll die Arschbacken dir”) nun die Band selbst ist oder nicht, ist doch schon ein Kaufargument, oder? Es ist halt immer schön, ehrlich-selbstbewusste, artsy, schlanke und verschwitzte Nackte über eine blumige Wiese laufen zu sehen. Bleibt nur zu hoffen, dass man im Booklet ihre Testikel sieht. Nicht, dass jetzt jemand auf die Idee kommt, ich sei schwul oder so…
Sigur Rós - Gobbledigook
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Liebes Tagebuch, heute war langweilig. Ich bin ich mitten in der Nacht aufgewacht und habe bemerkt, dass mein Fernseher immer noch an war. Es lief gerade ein alter Film mit Cowboys und so’n Quatsch, aber mir war’s reichlich egal. Ich ging in die Küche und machte mir ein Sandwich und futterte gleich 5 Rippen Schokolade (das wird Ärger von Mama geben, es war ja schließlich ihre!). Dann fand ich im Kühlschrank einen Yoghurt mit Nüssen. Ich habe ihn ganz verputzt. Dann bin ich in’s Bett zurück, mein Hund schlief bei meinen Füßen. Es geht nachts doch nichts über warme Füße, nicht wahr? Ich wachte auf und musste zur Arbeit, dabei hatte ich nicht mal Zeit in die Dusche zu hüpfen, deshalb kämmte ich mir nur die Haare und putzte mir die Zähne. Mein Arbeitstag war langweilig, wie immer. Ich musste PLT-Files in AI-Files umkonvertieren. PLT ist ein Format aus den 80′ern, welches in einem Programm names Composer gebraucht wurde. Es ist so alt, dass nicht mal Google es findet. Deswegen muss es ziemlich alt sein, denn Google ist ja quasi schon 100 Jahre alt. Auf dem Nachhauseweg hörte ich mir dann die neue Aborted an - mein Tag war gerettet.
Aborted - Strychnine.213 Preview
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Warum zum Teufel wird im Zusammenhang mit Omega Massif immer wieder von Bergen, Schluchten, Tunneln, Stollen und Schächten geredet? Was zum Henker hat die Musik mit Untertagebau zu tun? Beim Nachschlagen auf Wikipedia (ja, ich nutze wiki als zuverlässige Quelle) fiel es mir dann wie Schuppen aus den Haaren. Da steht nämlich folgendes: Der Untertagebau geht nicht ohne Umweltschäden ab: Das Deponieren des Abraums führt zur Anlage von Kippen und Halden und somit zum Landschaftsverbrauch. An der Erdoberfläche kann es zu großflächigen Senkungen und anderen Bergschäden kommen, die zu Schäden an Gebäuden und in der Landwirtschaft führen. Beim Wasserhaushalt können durch den Untertagebau Absenkungen des Grundwasserspiegels und die Verschmutzung der Oberflächengewässer verursacht werden. Aber wen interessiert schon die Oberfläche, wenn in den dunklen Tiefen des Felsgesteins die kostbaren Bodenschätze liegen? Omega Massif suchen zwar noch, was Daturah seit “Reverie” unlängst gefunden hat, dennoch ist ihnen mit “Geisterstadt” ein beachtliches Debüt gelungen. Erdkruste hin oder her, ein Erdbeben.
Omega Massif - LIVE @ AJZ, Bielefeld
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Unter dem Siegel der Verschwiegenheit sind es die Illuminaten, die seit jeher ihre Drogen in’s Trinkwasser der Kreisstadt Aachen mischen. Ziel des Vereins ist es, wie könnte es auch anders sein, die Weltherrschaft an sich zu reißen. Doof nur, dass die Nebenwirkungen dieser Psychostimulantien zunächst zu außerordentlicher Hirnkapazität führen (”64k brain in a 128m world”) und in ganz seltenen Fällen auch zu fiesen Mutationen (”The change is complete”). Dabei hat der Orden einen nemëische Löwen erschaffen, der außer Kontrolle zu geraten droht. Da habt ihr nun den Salat.
(Kuckt euch mal dieses geile Artwork an! )
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Portishead - Third, limited edition vinyl box set (klicken zum vergößern)
Ja, endlich. Mein Portishead Boxset ist da. In einer hochwertigen Box findet man das Album “Third” auf 2 Vinyls, die Single “Machine Gun”, ein limitiertes Print und ein USB-Stick im P-Design samt Album im .mp3-Format und ein paar Filmchen.
Da über “Third” ja schon ausreichend gute Artikel und Rezensionen geschrieben wurden, trage ich meinen ganz und gar unnützen Beitrag zur Renaissance von Portishead bei. Habe auch im Moment kaum Lust und Zeit Blog-Postings zu verfassen, GTA IV sei Dank!
Kissenschlachten sind super spaßig. Ich meine, die Kissen wurden zum Entspannen und Schlafen entworfen, dass die Dinger nun ein wichtiges Werkzeug in der Wohnzimmerkriegsführung sind, macht die Sache um so spannender. Ähnlich spannend sieht es auch mit Portishead aus, die dich über die ganze Länge von “Third” mit Wattebällchen beschießen bis du blutest. Über zehn Jahre musste man auf diese Platte warten, die Freude war groß, ebenso der Zweifel und sogar die Angst, ob Portishead den Weg zurück auf den Olymp schaffen und trotzdem haben sie wieder alles richtig gemacht - ein Kissen das dich umhaut.
Portishead - Machine Gun
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